St. Zeno Apotheke Isen

St. Zeno-Platz 4 · 84424 Isen
Tel: 08083-218 · Fax: 08083-1530

   
   

 


Geschichte

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressum

 

Einhundert Jahre St.Zeno-Apotheke in Isen, das heißt einhundert Jahre gewissenhafte und dankbar anerkannte Versorgung der Bevölkerung mit Arznei- und Pflegemitteln.

Es ist eine verhältnismäßig kurze Zeit im Hinblick auf das Alter unseres Ortes, der 1997 sein 1250jähriges Bestehen gefeiert hatte.

Die Zeit der Gründung der St.Zeno-Apotheke 1898 war nicht so leicht. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges, als die Amerikaner die Gewerbefreiheit der Apotheken verkündeten, bedurfte es eines besonderen Privilegs durch die hohen Landesherren, die Genehmigung für eine "reale Apothekerkonzession" zu bekommen.

Eine solche Konzession war auch auf der alten St.Zeno-Apotheke und wurde weitervererbt.

Bevor die Apotheke die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übernahm, war dies Aufgabe des Landarztes Herrn Dr. Sebastian Butz, der auch im Besitz der "Badergerechtigkeit" war.

Er hatte eine kleine Handapotheke und bereitete bis dahin, nach Möglichkeit, die benötigten Pillen, Tinkturen und Salben selbst zu.

Der erste aktenkundige Arzt im Markt Isen war Friedrich Eyber, wie es im Verhörprotokoll vom 1. März 1696 zu lesen ist:

"Friedrich Eyber, Burger und Wundtarzt alhie zu Isen ist, umb willen bey ihme in sainem Padt Feuergefahr entstandt, gestraft worden zu 300 Flachdach (Dachschindeln) jede 100 zu 30 Kr. - bezahlt."

Am 13. Mai 1867 bewarb sich ein Philipp Lipp aus Trostberg um eine Apotheke in Isen. Seine Urkunden und Zeugnisse waren alle mit roten Lacksiegeln standesgemäß verschlossen und sind noch heute im Staatsarchiv in München zu sehen.

Am 9. März 1869 stellte Herr Franz Paul Grabmaier das Gesuch an die Marktgemeinde Isen, eine Apotheke bauen zu dürfen. Dies wurde aber abgelehnt.

Ein Jahr später, am 27. Oktober 1870, versuchte Apotheker Georg Rasshofer von München, eine "Apotheker-Conzession" zu erhalten.

Er brauchte dazu den Nachweis, in Isen eine Apotheke errichten zu dürfen. Dieses Ansinnen wurde vom damaligen Marktrat ebenfalls abgelehnt.

Einen Monat später, am 14. November 1870, versuchte Apotheker Rasshofer erneut, die nötige Bauzusage zu bekommen, hatte aber wiederum keinen Erfolg.

Es dauerte noch einige Jahrzehnte, bis erkannt wurde, wie wichtig die ausreichende Versorgung mit Medikamenten für die Bevölkerung ist.

Heute ist die St.Zeno-Apotheke in Isen nicht mehr wegzudenken.

Auf fast allen Ortsansichten ist sie im Herzen des Marktes Isen zu sehen. Eingerahmt vom altehrwürdigen Münster St.Zeno und dem Dekanhof, einem alten Stiftsgebäude, steht die erste Apotheke im Mittelpunkt des Marktes.

Erhaben auf einem Bergrücken, der schon bei der Erstbesiedelung bebaut war, befand sich in der Nähe der heutigen St.Zeno-Apotheke das frühere Kloster der Benediktiner, das spätere Chorherrenstift der Augustiner.

Das zeigt, daß dieser Standort schon damals der seelischen und körperlichen Gesundung diente.

Im alten Isener Archiv ist zu lesen, daß man sich in der Marktgemeinde schon frühzeitig Gedanken über Pflege und
Gesundheit der Bürger gemacht hat.

So wurde der "Liebesbund", das Sozialwerk der bischöflich freisingischen Herrschaft Burgrain, 1660 vom Stift St.Zeno gegründet.

Isen hatte auch ein "Krankenhaus" mit acht Betten, ein "Armenhaus", das lange Zeit als Krankenstation genutzt wurde, und ein " Leprosenhaus", das zur Unterbringung von Patienten mit ansteckenden Krankheiten diente.

Außerdem ist in alten Urkunden zu lesen, daß in Isen mit seiner zahlreich anwesenden Geistlichkeit ein Klosterbruder, der "frater-stationarius", wirkte, dessen Aufgabe es war, die Kranken zu betreuen. Dieser war sicher auch mit der Vorratshaltung und Herstellung von Arzneimitteln betraut.

Doch zurück ins letzte Jahrhundert. Wie in einem gerichtsärztlichen Jahresbericht von 1860 zu lesen ist, wurde die Krankenpflege und die Versorgung mit Medikamenten bemängelt. Dr. Horn, der damalige Arzt in unserer Gemeinde, hatte zwar einige Arzneimittel in seiner Praxis, aber oft nicht die Zeit, die geeigneten Mittel herzustellen.

Es wurde erst im Laufe der Zeit die Notwendigkeit zur Errichtung einer Apotheke erkannt, nachdem, wie schon erwähnt, in den Jahren 1867, 1869 und 1870 Bauanträge durch Philipp Lipp, Franz Paul Grabmaier und Apotheker Rasshofer abgelehnt worden waren.

Es ist auch schon aufgeführt, daß erste Eintragungen der hiesigen " St.Zeno-Apotheke" in das Firmenregister des Königl. Bayer. Landesgerichts München II schließlich am 21. Juni 1898 erfolgte.

Apotheker Theodor Weichselfelder hatte seine "Conzession" im Sommer 1897 erhalten, kaufte für 2.000 Mark einen Bauplatz und errichtete darauf einen Neubau im Stil einer italienischen Villa.

Zu dieser Zeit bestand der Arzneimittelschatz vorwiegend aus pflanzlichen und chemischen Grundstoffen, die im Rahmen der "ars pharmaceutica" rezepturmäßig zubereitet wurden. Die damals noch bescheidene Anlieferung erfolgte ab 1900 mit der Bahn. Täglich zog eine Hilfskraft den Leiterwagen vom Bahnhof über den Apothekerberg, der auch heute noch diesen Namen hat, hinauf zur Apotheke.

Im Namen seiner Majestät des Königs von Bayern erhielt der Apotheker Melchior Zörnlein am 5. Januar 1910 die "Concession", kaufte am 10. August 1910 die St.Zeno-Apotheke in Isen und führte sie weiter bis zu seinem Ableben am 20. Mai 1929. Nach dem damaligen "Witwenrecht" durfte nach dem Tode von Melchior Zörnlein dessen Witwe Walburga Zörnlein die Apotheke als Eigentümerin behalten und auch die "Concession" verpachten.

Der erste Pächter war Eberhard Deiters, ihm folgte bereits 1932 Apotheker Walter Keyl.

Am 17. Juni 1947 wurde Walter Keyl, der nach Starnberg wechselte, von Apothekerin Paula Blaha abgelöst, die bis dahin die Apotheke in Kraiburg geleitet hatte.

Im Jahre 1949 konnte sie die St.Zeno-Apotheke erwerben und führte diese bis 1984.

Ihr Sohn, Hubert Blaha, selbst lange Jahre Pächter der väterlichen Apotheke in Hohenlinden, leitete als Ferien- und Urlaubsvertretung viele Apotheken in ganz Deutschland, wobei er sich viel Wissen und Erfahrung aneignen konnte. Auch sein Aufenthalt in Venezuela als Praktikant trug dazu bei.

Am 1. Januar 1984 übernahm Hubert Blaha die St.Zeno-Apotheke und setzte damit die Familientradition fort.

Die Apotheke und ihr Arzneischatz ist auf dem Stande der Jahrhundertwende nicht stehengeblieben! Unter dem Einfluß der Entwicklung der pharmazeutischen Chemie, der Biochemie und der Mikrobiologie ist das Sortiment außerordentlich erweitert worden; besonders durch die zahlreichen Chemotherapeutica, Antibiotica, Seren und Impfstoffe und sonstigen biologischen Präparaten.
Eigenspezialitäten und rezepturmäßig bereitete Arzneien ergänzen den heutigen Arzneimittelbestand.

Zu Beginn des Besitzerwechsels wurde 1985 die Apotheke umgebaut, eine Computeranlage und eine moderne Apothekeneinrichtung installiert.

1990 wurde die Drogerieabteilung erweitert und im gesamten oberen 1. und 2. Stock (Aufzug) des Hauses entstand eine große Arztpraxis, in der die Nachfolger der langjährigen Arztpraxis von Dr. med. Karl-Ludwig Deuflhard

- Dr. med Wolfgang Krombholz
- Dr. med. Egon Wenning und
- Dr. med. Stephan Kaufmann

praktizieren.

1991 vergrößerte man die Arztpraxis um zwei Praxisräume im Erdgeschoß und erweiterte im gleichen Arbeitsabschnitt den Apothekenbereich um einen zusätzlichen Beratungsplatz, ein Büro und ein Beratungszimmer.

Aus dem bescheidenen Bestand einer Apotheke von 1898 ist ein Unternehmen moderner Art mit elektronischer Datenverarbeitung in einem großzugigen Ärzthaus entstanden.

2004 wurde auch der Kundenbereich der Apotheke erneuert. Im September 2006 verstarb Hubert Blaha im Alter von 58 Jahren leider viel zu früh.

Seit April 2007 leitet nun sein Schwager Jörg Mautz die Geschicke der St. Zeno-Apotheke. Nach wie vor aber gilt: Trotz Computertechnik und schnellebiger Zeit wird der Mensch stets im Mittelpunkt stehen und die St. Zeno-Apotheke ein Ort der gesundheitlichen Dienstleistungen und menschlicher Begegnung bleiben.

Auszug aus dem Buch "St.Zeno-Apotheke Isen 1898-1998, 100 Jahre im Dienste der Gesundheit" ISBN 3-9802602-4-0, das Sie jederzeit gerne bei uns kostenlos erhalten können.

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